Das Dark Web – In den Tiefen des Internets

Schon alleine der Begriff „Dark Web“ hat etwas Mystisches und Anrüchiges. So haben sich die Nachteile und Unwahrheiten sehr hartnäckig in den Köpfen der Menschen verankert. Dabei hat es, wie alles andere auf dieser Welt, zwei Seiten. Nämlich eine Schlechte und eine Gute.

Das Dark Web und seine Geschichte

Die Entstehung des Dark Web liegt im Jahr 1969, kurz nachdem das ARPANET, der Vorläufer des heutigen Internets, eingeführt wurde. Dieses soll unter Anderem zum Verkauf von Marihuana durch Hochschulstudenten gedient haben.

Der TOR (The Onion Routing Project) Browser wurde ursprünglich zum Online – Schutz der US – Nachrichtendienste entwickelt. Die Steigerung der Speicherkapazitäten und die Reduzierung der Kosten des Internets führten dann zu einer erhöhten Nutzung des Dark Web.

Mit der Jahrtausendwende kam die Veröffentlichung von Freenet und TOR, dem privaten Internet – Browsing – Netzwerk. Diese änderten das Ansehen des Internets komplett.

Clear Web und Dark Web – Der kleine, aber feine Unterschied

Du bewegst dich im Clear Web, indem du Webseiten besucht, Suchmaschinen zu Recherchezwecken heranziehst oder den Versand von Emails tätigt. Auf diesen Bereich des Internets, der unter Beobachtung und oft sogar Überwachung steht, hat jeder freien Zugang.

Im Dark Web sieht die Sache schon ein wenig anders aus. Die breite Öffentlichkeit kann diesen Part des Internets weder sehen noch nachvollziehen, was sich dort abspielt oder in welcher Größenordnung sich dieses private Netzwerk bewegt.

Experten bezeichnen dieses System als Zwiebelprinzip, weil innerhalb des Tor-Netzwerks jeder Knotenpunkt wie die Schale einer Zwiebel den darunter liegenden Knotenpunkt fĂĽr AuĂźenstehende verdeckt.

Pixabay 2022

Auch hier werden Käufe abgewickelt, Informationen ausgetauscht und geteilt, allerdings, ohne dass die Öffentlichkeit davon Kenntnis erlangt. Denn die Verschlüsselung im Dark Net erfolgt nach dem Zwiebelprinzip. Datenpakete werden in viele Schichten gehüllt, so dass Herkunft und Ziel unerkannt bleiben.

Fluch oder Segen?

Wenn du das Dark Web nur als Paradies für Waffenschmuggler, Drogendealer und kriminelle Machenschaften siehst, machst du dir die Sache etwas zu einfach. Es hat nämlich auch etliche positive Eigenschaften aufzuweisen:

Menschen aus Ländern, in denen eine starke Zensur herrscht, haben die Möglichkeit zur offenen, anonymen Kommunikation, ohne dabei ihr Leben zu riskieren.

Vor allem im Elektronik- oder Softwarebereich bietet das Dark Web Produkte zu wesentlich gĂĽnstigeren Konditionen an.

Und auch Recherche – Material, wie digitale Bücher oder Dokumente finden sich im sehr oft kostenlos.

Ein stilisiertes Bild von Edward Snowden

Edward Snowden – Pixabay 2022

Journalisten und Whistleblower wie Edward Snowden oder Julien Assange nutzen die Anonymität zur Entlarvung von korrupten Personen oder Kriminellen. Das schaffen sie, indem sie im im Dark Web Tipps teilen und erhalten, sowie widersprüchliche Situationen beleuchten.

Für eine gesundheitliche Problematik, die du aber nicht öffentlich machen willst, bieten sich Ärzte im Dark Web für eine Einschätzung an.

Sicher dient das Dark Web auch zur Abwicklung krimineller Prozesse, zum Waffenhandel oder Drogendeal und das sollte keinesfalls verharmlost werden, aber unvoreingenommen beurteilt, spielen sich die gleichen Straftaten in meistens größerem Ausmaß im Clear Web oder in der realen Welt ab.

Darum urteile nicht zu schnell wenn du über das Dark Web liest. Wie jede Technologie kann es missbraucht oder aber für konstruktive Dinge genutzt werden. Dies hängt immer auch von den Menschen ab, die es sich diese Technologie zu Eigen machen.

VON: CHRISTOPH BAUER

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.